Afghanistan: Der Tod von Farkhunda Malikzada PDF Drucken E-Mail

25. November – Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen


Eine Geschichte,

die die Menschen aufwecken sollte!

Farkhunda Malikzada war erst 27 Jahre alt, als sie am 19. März 2015 in Kabul, der Hauptstadt Afghanistans, von Männern geschlagen, gesteinigt und mit dem Auto überfahren wurde. Schließlich wurde ihre Leiche verbrannt. Man beschuldigte sie, dass sie den Quran verbrannt habe. Es stimmte natürlich nicht, weil sie den Islam studiert und den Quran unterrichtet hatte. Bis heute wurde keiner von den Männern vor Gericht gebracht, damit wenigstens ihre Seele in Frieden ruhen kann.

NEIN, keiner kämpft um ihre Rechte, weil sie eine Frau war!

Sie wollten meine Stimme mit Steinen, Stöcken und Feuer auslöschen!

Ihr wolltet meine Stimme fĂĽr immer sterben lassen! Warum?

Kann ich fragen, wer euch das Recht gegeben hat, mich zu Tode zu quälen?

Kann ich fragen, wer es euch erlaubt hat, mein Kopftuch vor so vielen Männern zu entfernen? Warum habt ihr mir das nur angetan?

Wisst ihr, wie weh es tat, als ihr mich mit Stöcken geschlagen habt? Wie mein Körper gebrannt hat, als ihr mit Steinen nach mir geworfen habt?

Ihr Männer, ihr habt mich überall angefasst, ihr habt mich geschlagen und bluten lassen! Ihr seid schlimmer als der Teufel, nicht einmal der Teufel hätte mir antun können, was ihr herzlosen Menschen mir angetan habt! Hat es euch nicht gereicht, mich im Blut ertrinken zu sehen, so dass ihr mich danach sogar noch verbrannt und überfahren habt?

Ihr Unmenschlichen! Wieso hat sich keiner von euch vor mich gestellt und mich geschützt? War der Grund, dass ich nicht eure Mutter, Schwester, Tochter oder Frau war? Aber trotzdem war ich ein Mädchen aus Afghanistan, euer Stolz und eure Ehre! Es hat wehgetan, ich habe gebrannt, geblutet, und mein Körper hat sich nicht mehr wie mein Körper angefühlt! Am meisten weh tat mir aber der Grund, aus dem ich gequält wurde! Oh ihr Menschen, ich habe den Quran nicht verbrannt, schrie ich die ganze Zeit. Doch keiner hat mir zugehört, weil ich eine Frau bin!

Meine Schwestern, lasst meine Stimme nicht mit mir sterben, erhebt ihr eure Stimme für mich laut. Eine von euch kann für euch alle aufstehen und reden. Ihr habt Rechte, die ihr nicht unter die Füße von Männern stellen sollt! Ihr verdient genau wie sie Respekt, Verständnis, Aufmerksamkeit und Liebe! Steht auf für mich und für euch, egal wo ihr seid, eure Stimme wird sich verbreiten und euren Schwestern helfen, die ein ähnliches Schicksal haben wie ich!


Die Autorin Elaha Ismaelzada ist 14 Jahre alt, SchĂĽlerin und stammt aus Afghanistan

veröffentlicht in Talktogether Nr. 58/2016