33 Jahre LOSITO-Bildfreundschaften PDF Drucken E-Mail

Bilder in Bewegung

Gespräch mit Susi und Hannes Grinninger


Assane GNING: Couleurs de l’Amitié Sénégal Autriche; 2016

TT: Wie ist die Idee mit den Bildfreundschaften entstanden?

Hannes: Die Idee ist eigentlich im Flugzeug entstanden. Wir haben in den 1980er Jahren ein halbes Jahr in Abene, ein Dorf in der Casamance im Süden Senegals, verbracht und mit den Menschen dort – hauptsächlich mit Jugendlichen – gemalt. Malmaterialien hat es dort nicht gegeben, wir haben aber einige Malutensilien für uns persönlich mitgenommen, die schnell vergesellschaftet worden sind. Die entstandenen Zeichnungen und Malereien provozierten Diskussionen, Gelächter und Anerkennung. Auf Wunsch der Maler*innen wurden sie dann am Luubaato –dem Dorfplatz – ausgestellt, wo sie dann auch von anderen Dorfbewohner*innen betrachtet und diskutiert worden sind.

Susi: Es waren ca. 150 Bilder und an die 40 Maler*innen, die in dem halben Jahr, in dem wir dort waren, entstanden sind.

Hannes: Wie wir bekannt gegeben haben, dass wir wieder nach Salzburg fahren wollen, haben uns fast alle Maler und Malerinnen ihre Bilder mitgegeben und haben gesagt: Nehmt die Bilder mit und zeigt sie euren Freunden und Freundinnen, und wenn ihr wieder kommt, dann teilt uns mit, was sie über unsere Bilder gesagt haben. Auf dem Flug von Dakar nach München haben wir überlegt, wie wir das bewerkstelligen können. Sollen wir die Gespräche aufnehmen? Es waren Bilder von Menschen, die zum Teil das erste Mal in ihrem Leben gemalt haben, und wir haben uns gefragt: Wer will diese Bilder ausstellen? So haben wir sie unseren Freunden und Freundinnen hier in Salzburg gezeigt, und die waren begeistert. Dann haben wir gesagt: Wenn dir das Bild so gut gefällt, dann nimm es und male für den Maler oder die Malerin dein Bild. Als wir zwei Jahre später wieder nach Abene gefahren sind, haben wir die Bilder der österreichischen Maler und Malerinnen den Leuten mitgebracht. Wir haben auch genügend Farben und Papier in Dakar gekauft, denn uns war klar, dass bestimmt noch viel mehr Leute mitmachen wollen. Und so war es auch, bis heute nimmt die Beteiligung ständig zu.

TT: Warum habt ihr gerade Abene für euer Bildertauschprojekt ausgewählt?

Hannes: Das war gar nicht unsere bewusste Entscheidung. Wir haben Sehnsucht nach Afrika gehabt, vielleicht auch romantische Vorstellungen. Da damals der billigste Flug nach Dakar in Senegal war, haben wir den genommen.

Susi: Das erste Mal waren wir 1985 in Senegal, da hatten wir nur drei Wochen Zeit. Erst das zweite Mal, 1986, sind wir in den Süden Senegals gefahren. In Abene hat es damals im Rahmen des „sanften Tourismus“ eine Unterkunft gegeben, die vom Dorf für Reisende organisiert wurde, dort wollten wir hin. Es war ein schönes großes Lehmhaus mit Strohdach direkt am Meer, und in der Küche waren Leute aus dem Dorf angestellt. Da hat es uns sehr gut gefallen, wir durften aber nur drei Tage bleiben, weil wir nicht angemeldet waren und eine Touristengruppe erwartet wurde. Wir fühlten uns wie aus dem Paradies vertrieben und haben uns gefragt, wohin jetzt? Wir sind von Abene weggefahren, waren aber entschlossen, wiederzukommen.

Im nächsten Jahr sind wir wieder hingefahren, und da haben wir von einem jungen Mann eine Einladung bekommen, bei ihm und seiner Familie zu wohnen. Das war der Einstieg. Wir lernten die ersten Worte in der Sprache Mandinka und gingen auch manchmal mit den Frauen aufs Feld, um Reis zu schneiden und Zwiebel zu bewässern.

Hannes: Warum Abene? Weil es so schön dort ist. Als wir das erste Mal nach Abene gekommen sind, hat uns der Fahrer des Buschtaxis gesagt: Steigt hier aus und geht diesen Weg entlang. Es war ein Sandweg durch einen Wald, wir hatten das Gefühl, wir gehen ins Paradies. Es riecht gut, es ist grün und nicht ständig heiß, denn am Abend weht ein kühler Wind vom Meer her. Und die Einfachheit. Damals hat es weder Strom noch fließendes Wasser gegeben, auch kaum Müll. Was man gekauft hat, wurde in alte Schulhefte eingepackt.

Susi: Und vor allem waren wir angetan von der Offenheit der Menschen, die uns aufgenommen haben.

TT: Wie war eure erste Begegnung mit den Menschen dort?

Hannes: Am Anfang sind die Kinder uns ständig nachgelaufen und haben Tubabo (Tubab bedeutet Weiße bzw. Fremde) gerufen. Später war es dann so: Wenn uns Kinder mit Tubab angesprochen haben, waren meist andere da, die gesagt haben: „Nein, das sind keine Tubabs, das sind Hannes und Susi.“

Susi: Als wir dann etwas Mandinka gelernt hatten und Kinder uns „Tubabo“ nachgerufen haben, haben wir geantwortet: „Je maling, nte? / Wer, ich?“ Sie waren erstaunt: „Ajalonde mandinka kango. / Die können Mandinka.“ Ich fragte: „I tondi? / Wie heißt du?“ und schon fängt die Kommunikation an. Die Kinder waren unsere besten Mandinka-Lehrer*innen. Sie haben Geduld mit uns gehabt und uns ausgebessert, wenn wir etwas Falsches gesagt haben. Später waren es die älteren Leute, die die Wörter kennen, vor allem die alten, die heute durch französische Begriffe ersetzt worden sind.

TT: Was bedeutet der Name LOSITO?

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Hannes: Losito bedeutet ein Bündel Brennholz. Es war damals eine wichtige Arbeit, Brennholz zu sammeln in den damals noch öffentlichen Wäldern. Das ist heute nicht mehr so, heute ist alles eingezäunt. Es waren meistens die Mädchen, die in den Wald gegangen sind, um Brennholz zu sammeln. Ein Holz macht Rauch, aber riecht gut, ein anderes ist hart und brennt gut, und so wird ein Bündel zurechtgemacht, das dann auf dem Kopf ins Dorf getragen wird. Darüber gibt es auch ein schönes Lied: „Fanta, was tust du? Ich gehe in den Wald, Fanta, was tust du dort? Ich sammle Brennholz!“

Susi: „Lo“ bedeutet Brennholz, und „sito“ zusammengebunden. Das war für uns ein gutes Symbol dafür, dass wir Bilder sammeln, bündeln und sie an einen anderen Ort bringen, wo wir das Bündel wieder öffnen und die Bilder verteilen.

Hannes: NatĂĽrlich steckt auch der Gedanke dahinter, dass wir nicht diejenigen sind, die die Revolution entfachen, aber wir bringen das Holz, das andere anzĂĽnden mĂĽssen. 1989 haben wir dann in Salzburg den Verein gegrĂĽndet.

TT: Was ist die Idee hinter dem Bildertausch und wie funktionieren die Bildfreundschaften?

Susi: Die Idee ist, dass Menschen mittels selbstgemalter Bilder miteinander kommunizieren, dass sie etwas über sich erzählen oder mit dem Bild Fragen stellen. Jede Person bekommt persönlich eine Bildantwort für ihr Bild zurück, das sich jemand anderer ausgesucht hat – sowohl da wie dort. So werden Menschen zusammengebracht, die an verschiedenen Orten leben, obwohl es manchmal auch vorkommt, dass Menschen während einer Malereiwerkstatt ihre Bilder untereinander tauschen.

Hannes: Durch die Bilder und ihr Entstehen habe ich schauen gelernt. Ein Bild ist für mich nicht nur eine Fläche, die auf mich einen Eindruck macht, sondern ich bewege mich in das Bild hinein und erlebe das Bild real. Das macht – vor allem bei Kinderzeichnungen – eine große Freude.

Susi: Am Anfang malen die Kinder meist – wie hier auch – ein Haus, einen Baum und Menschen. Aber irgendwann wird das fad – wenn wir in Abene sind, machen wir ja fast täglich Malereiwerkstatt. Dann beginnen sie Tiere zu malen, die Wege im Wald, sie entdecken die Farben und Formen, spielen damit und es entstehen abstrakte Bilder.

Hannes: Und wie es funktioniert? Jemand sucht sich ein Bild aus und malt eine Antwort darauf, die wir dann bei der nächsten Reise mitnehmen und an den Empfänger oder die Empfängerin aushändigen. Manche malen aber auch Bilder, die nicht für eine Person bestimmt sind, sondern ausgesucht werden dürfen, und die brauchen wir, damit immer wieder neue Maler*innen am Bildertausch teilnehmen können. Bei LOSITO malt inzwischen bereits die zweite oder dritte Generation, und die Zahl der Teilnehmenden nimmt weiter zu.

TT: Sind aus manchen Bildfreundschaften auch persönliche Freundschaften geworden?

Hannes: Ja, es gibt einige LOSITO-Maler*innen aus Salzburg, die nach Abene gefahren sind und die dort ihre Bildfreund*innen kennengelernt haben. Wir haben aber auch Künstler*innen aus Senegal nach Salzburg eingeladen: Ombre Diane (1991) und Boubacar Cool Diabang (1993) aus Abene, sowie Maïmouna Diop (1995) und Séa Diallo (2000 und 2008) aus Dakar. Durch Boubacar haben wir in Dakar Séa Diallo kennengelernt, mit dem wir uns befreundeten. Er hatte ein kleines Atelier im „Centre Culturel Blaise Senghor“, wo wir 1994 gemeinsam mit ihm eine Ausstellung mit Malereiwerkstatt und einem Konzert der Gruppe „Dioni Dioni Kasuumaay“ organisierten. Seitdem beteiligen sich auch viele Künstler*innen aus Dakar an den LOSITO-Bildfreundschaften.

TT: Nun gibt es LOSITO schon seit 33 Jahren. Was hat in dieser Zeit verändert und was ist gleichgeblieben?

Hannes: Abene hat sich sehr verändert. Wir sind teilweise erschüttert. Direkt am Strand wurde eine chinesische Fischmehlfabrik hingebaut, mit einer Mauer rundherum. Wegen Protesten der Bevölkerung wurde die Produktion eingestellt und die Fabrik verrottet langsam. Auch die Fangflotten aus Asien und Europa richten großen Schaden an. Die senegalesische Polizei kann sich nicht dagegen wehren, denn sie haben keine Hubschrauber und Boote, um zu überwachen, ob sie die 200-Meilen-Grenze einhalten. Es hat einmal kurzzeitig eine Vereinbarung mit der EU gegeben, dass die Trawler nicht mehr so nahe an die Küste dürfen. Die Auswirkungen waren sofort zu sehen, die Fischerboote sind wieder hinausgefahren. Früher durften die Kühe auch frei durch das Dorf spazieren. Sie sind auch zum Strand gegangen und haben im Meer gebadet, wie Gemsen sind sie im Wasser herumgesprungen. Das gibt es heute nicht mehr, weil alles parzelliert und abgezäunt ist. Der Ort hat sich insgesamt sehr verändert. Das Dorfzentrum wurde elektrifiziert, und es wurde ein über 100 Meter tiefer Brunnen gegraben, von dort wird das Wasser in einen Wasserturm gepumpt und in die Häuser geleitet. Und der Müll. Früher, als es noch keinen Strom gegeben hat, gab es das Problem mit den Batterien, die weggeschmissen wurden und das Grundwasser vergiftet haben. Heute gibt es dafür den Plastikmüll. Es gibt keine Kommune, die sich um die Entsorgung kümmert. Was noch gleichgeblieben ist, ist nämlich, dass es sich in Abene um eine Clangesellschaft handelt – eine sehr konservative patriarchalische Gesellschaft, in der leider immer noch die Genitalverstümmelung von Mädchen praktiziert wird.

 

 

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Susi: Wir haben das einmal miterlebt. Es war erschütternd. Ein kleines Mädchen, das immer fröhlich und lustig war und sich immer aktiv an den Malereiwerkstätten beteiligt hat, war plötzlich ein bis zwei Monate lang weg. Als es dann zurückkam, war erkennbar, wie traumatisiert es war. An einen Pfosten gelehnt ist es nur dagestanden und hat uns mit traurigen Augen zugesehen.

 

Hannes: FGM ist im Senegal verboten, wird aber in den Dörfern der Casamance weiterhin illegal praktiziert. Ombre, der viel Zeit in Deutschland verbracht hat, und seine Frau Maïmouna waren die ersten im Dorf, die sich gegen diese Tradition gestellt haben. Sie mussten jedoch ihre Kinder beschützen, damit sie nicht zur Beschneidung abgeholt wurden.

TT: Ihr macht ja auch Projekte in den Schulen. Wie sind die Reaktionen der SchĂĽler und SchĂĽlerinnen?

Hannes: Es hat keine einzige Veranstaltung in den Schulen gegeben, wo nicht alle teilgenommen haben. Es gibt schon Burschen in der Pubertät, die nicht malen wollen, aber wir bemühen uns, sie wenigstens zu irgendeiner Zeichnung zu motivieren.

Susi: In einer Wiener Schule hat einer einmal gesagt: Dann zeichne ich, wie sich mein Freund vom Donauturm gestürzt hat. Er hat dann tatsächlich den Selbstmord seines Freundes gezeichnet, das war, was ihn beschäftigt hat. Es ist auch vorgekommen, dass Lehrer*innen auf unangenehme Weise interveniert haben. Wir geben ja kein Thema vor, sondern alle sollen das zeichnen, von dem sie meinen, dass es die Menschen in Abene interessieren könnte. Ein Wiener Schüler hat die Wiener Ringstraße gezeichnet mit einem Menschen mit dunkler Hautfarbe. Dann hat die Lehrerin gesagt: Du kannst doch keinen Neger auf der Ringstraße zeichnen. Wie können wir da eingreifen und den Jugendlichen entlasten? Immerhin ist die Lehrerin die Respektsperson und wir sind die Gäste.

Susi: Wir haben dann nicht zur Lehrerin gesagt: „Neger sagt man nicht!“, sondern haben uns an den Schüler gewendet und gesagt: „Es gibt schwarze Menschen in Österreich, und natürlich gehen die auch auf der Ringstraße.

Hannes: Die Lehrerin hat das mitgehört. Meistens genügen so kleine Hinweise. In Senegal haben wir mit den Schulveranstaltungen aufgehört, weil wir ein Schulsystem, in dem die Kinder regelmäßig geschlagen werden, nicht unterstützen wollen.

TT: Welche Erfahrungen habt ihr mit den Menschen in Afrika gemacht?

Hannes: Wir haben sehr unterschiedliche Erfahrungen gemacht, denn wir haben ja mit den unterschiedlichsten Menschen gearbeitet, mit Bäuer*innen, Fischer*innen, ja sogar mit den schlimmsten Gaunern. Ein sehr guter LOSITO-Maler, dessen Bilder oft in Salzburg bewundert worden sind, wurde einmal verprügelt und ein paar Monate lang in den Kerker gesperrt, als er bei einer kriminellen Aktion erwischt wurde.

TT: Was ist, was waren eure schönsten und was die schlimmsten Erlebnisse in Afrika?

Hannes: Das schönste ist jedes Mal, wenn wir von der Hauptstadt in die Casamance fahren und dann in Abene ankommen. In Dakar ist es schmutzig und laut, es herrscht Verkehrschaos, und wenn man dann im Süden ankommt, ist es wirklich erholsam. Zu den schönsten Erlebnissen gehört auch die Autofahrt mit dem Hanomag-Henschel von Salzburg nach Abene, der Rückweg dagegen gehört zu den schlimmsten Erlebnissen, weil wir nämlich in Mauretanien ausgeraubt worden sind.

Susi: Oder vielmehr bestohlen. Als wir in einem Café waren, wurde das Auto aufgebrochen, in dem wir leider all unsere wichtigsten Dinge gelassen hatten. Es war alles weg: Die Autopapiere, die Reisepässe, die Traveller-Checks, einige Spezialbilder von Künstler*innen. Als mir das klar wurde, dass wir kein Geld und keine Papiere mehr hatten, haben mir die Knie gezittert. Was sollten wir nun tun? Da es in Mauretanien keine österreichische Botschaft gibt, sind wir zuerst zur spanischen gegangen, die uns jedoch an die deutsche Botschaft weiterverwiesen hat. Die haben uns dann ein bisschen Geld zum Essen ausgehändigt. Bis wir Papiere bekommen haben, mit denen wir ausreisen durften, hat es allerdings sehr lange gedauert: Wir mussten zuerst zur Polizei, den Einbruch melden, dann mussten die Dokumente übersetzt werden, und darauf mussten wir tagelang warten, wir sind in der Polizeistation gesessen, wo die Gefangenen aus ihren Zellen herausschauten und wir aus dem Keller Schreie gehört haben.

Hannes: Wir sind dann auch zu einem Marabout gegangen, der für die Religion zuständig ist, weil wir die Erfahrung gemacht haben, dass diese Männer die Menschen am besten kennen und einen Einfluss auf sie ausüben können. Wir konnten ihm kein Geld anbieten, haben ihm aber einen Anteil versprochen, sollte unsere Tasche wieder auftauchen. Er hat uns ein Amulett gegeben, das wir im Auto aufhängen sollten, und eine Flüssigkeit, die wir rund um das Auto schütten sollten. Er hat dann gesagt, ein Kind würde kommen, und uns die Tasche zurückgeben, wir sollten das Kind aber unbehelligt lassen, weil es nicht der Dieb sei. Ich habe dann ein Plakat angefertigt und die Gegenstände aufgezeichnet, die in der Tasche waren, weil wir mit den Kindern gerechnet haben, die diese vielleicht auf einem Müllplatz finden könnten.

Susi: Doch leider haben wir vergeblich auf das Kind gewartet. Nach drei Wochen haben wir dann mit einem Passierschein und etwas Geld für die Reise, für das mein Vater bürgen musste, das Land verlassen können.

Hannes: Die schlechten Erlebnisse verdrängt man ja gern, aber man sollte sie nicht vergessen!

veröffentlicht in Talktogether Nr. 77/2021